Klimaneutrale Nachverdichtung führt zu höchstem im Bau befindlichen Holzhochhaus Deutschlands

In der HafenCity in Hamburg wird derzeit ein rund 65 Meter hoher Holzturm errichtet, der über 181 Wohneinheiten verfügen soll - davon Eigentumswohnungen und öffentlich geförderten Wohnungen. Die Vermietung der geförderten Wohnungen startet im Herbst 2023. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2024 geplant.

Der in Bau befindliche Holzturm "roots" soll zeigen, dass klimaeffizientes und ressourcenschonendes Bauen als Baustein zur nachhaltigen Nachverdichtung der Stadt Hamburg nicht mehr wegzudenken sei. BILD: GARBE Immobilien-Projekte, Daniel Sumesgutner
Der in Bau befindliche Holzturm "roots" soll zeigen, dass klimaeffizientes und ressourcenschonendes Bauen als Baustein zur nachhaltigen Nachverdichtung der Stadt Hamburg nicht mehr wegzudenken sei. BILD: GARBE Immobilien-Projekte, Daniel Sumesgutner

Der Entwickler GARBE Immobilien-Projekte feiert das „roots completed“ als nachhaltiges Projekt. Es entsteht ein rund 65 Meter hoher Holzturm, der ein architektonisches Wahrzeichen für die HafenCity werden könnte. Für den Projektentwickler handelt es sich um einen Baustein für die Vision die Stadt klimaneutral nachzuverdichten.

Das roots steht für eine facettenreiche Mischung aus Wohn-, Arbeits- und Freizeitflächen

Auf einer Bruttogeschossfläche von rund 36.200 qm befinden sich 128 Eigentumswohnungen und 53 öffentlich geförderte Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern. Den späteren Bewohnenden stehen außerdem rund 97 Tiefgaragenstellen und 500 Fahrrad-Stellplätze zur Verfügung. Ergänzt wird die Wohnnutzung durch einen 600 qm großen begrünten Innenhof, der von den renommierten Landschaftsarchitekten LOIDL gestaltet wird sowie einen Yogaraum mit einer Terrasse für die künftigen Bewohner:innen. Im Erdgeschoss befinden sich darüber hinaus ca. 540 qmGastronomiefläche mit Terrasse und Loggia für rund 200 Gäste sowie ein Teil der 2.200 qm  großen Dauerausstellung und die Lernwerkstatt der Deutschen Wildtier Stiftung.

>> Fachartikel der IVV: Wohnen und Arbeiten stärker zusammendenken

Im Warftgeschoss ist die restliche Ausstellungsfläche sowie eine Kino- und Eventfläche zu finden. Die multimediale Ausstellung zu Natur- und Artenschutz holt die Natur in die Stadt und will die Besucherinnen und Besucher für die heimischen Wildtiere begeistern, ihre Faszination vermitteln und für ihren Schutz werben. Zudem befinden sich im ersten und zweiten Stock die Büroräume der privaten, gemeinnützigen Stiftung. Die Übergabe der Fläche an die Stiftung ist bereits für Dezember 2023 geplant.

Zwischen Urbanisierung und dem Bedürfnis nach Natur

Für den Bau des aus einem 65 Meter hohen Holzturm mit 19 Geschossen und einem Riegelbau mit sieben Geschossen bestehenden Projekts wurden rund 5.500 m³ Nadelholz verbaut. Aufgrund der Lage innerhalb eines Hochwassergebiets wurde das Warftgeschoss sowie das Erdgeschoss in herkömmlicher Stahlbetonbauweise errichtet. Ab dem dritten Obergeschoss sind auch die Decken und Wände komplett aus Holz. Die für den Bau benötigte Holzmenge wächst in Deutschland in circa 23 Minuten nach.

Mit dem roots entsteht ein Bauwerk, das auf harmonische Weise das Spannungsfeld zwischen der fortschreitenden Urbanisierung und dem zunehmenden Bedürfnis nach einem engen Bezug zur Natur anspricht. Das innovative Konzept basiert auf der Verwendung von Holz als Hauptbaumaterial, das nicht nur nachhaltig ist, sondern auch eine Verbindung zwischen moderner Architektur und der natürlichen Umgebung herstellt. Der architektonische Entwurf stellt dabei eine Symbiose aus Ästhetik, Funktionalität und Ökologie dar.

Deutlich kürzere Planungsphase

Im Vergleich zu einem konventionellen Bau dauerte die Planungsphase des roots deutlich länger. Anhand eines 1:1-Modells wurden der Schall- und Brandschutz sowie der Umgang mit Witterungsbedingungen bis ins Detail geplant und innovative Detaillösungen entwickelt. Verschiedene Tests haben schon in der Planungsphase die Eignung des Baumaterials als zukunftsfähige und resiliente Option bestätigt.

Eine bemerkenswerte Eigenschaft des roots ist die effiziente Bauweise. Während bei herkömmlichen Bauprojekten oft eine größere Anzahl von Arbeitskräften benötigt wird, zeigt sich hier, dass durch die Verwendung von Holz und modernen Bautechniken diese reduziert werden kann. Mit lediglich etwa 200 Mitarbeitenden von rund 50 verschiedenen Gewerken auf der Baustelle setzt das Projekt ein deutliches Zeichen für eine optimierte und zielgerichtete Arbeitsweise, die besonders in Zeiten von Fachkräftemangel von großem Wert ist. Die Montage des Holzbaus vor Ort konnte mit lediglich mit 10 Zimmerleuten durchgeführt werden.

Monika Thomas, Staatsrätin der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, wünscht sich dass sich künftig noch viele weitere Bauherren zum Bauen mit Holz inspirieren lassen:

Dies ist ein ganz besonderes Projekt und ein Zeichen für unternehmerischen und planerischen Mut, den wir als Behörde konstruktiv und fantasievoll begleitet haben. GARBE Immobilien-Projekte nimmt die komplexen Herausforderungen nachhaltiger und sicherer Holzbauweise an und stellt damit zugleich einen Rekord auf: Mit 65 Metern Höhe und 19 Geschossen das höchste im Bau befindliche Holzhochhaus Deutschlands an prominenter Stelle in Hamburg mit künftig 181 Wohnungen, davon 53 öffentlich geförderte Mietwohnungen.

Quelle: Garbe Immobilien Projekte

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