Klimaschutz im Gebäudesektor

Kommt jetzt die EU-Renovierungswelle?

Dem Gebäudesektor kommt hinsichtlich der Umsetzung der Energiewende eine Schlüsselstellung zu. Ohne eine signifikante Steigerung der Energieeffizienz in diesem Bereich rücken die Pariser Klimaziele sowie die gesteckten Ziele der Bundesregierung in weite Ferne. Die Erhöhung der Quote bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden muss dringend erhöht werden.

Was ist eine sinnvolle energetische Sanierung? Das Anbringen von dicken Dämmelementen an Fassaden? Die Diskussion muss jetzt geführt werden - dem Klima zuliebe. BILD: PIXELIO/P.DIRSCHERL
Was ist eine sinnvolle energetische Sanierung? Das Anbringen von dicken Dämmelementen an Fassaden? Die Diskussion muss jetzt geführt werden - dem Klima zuliebe. BILD: PIXELIO/P.DIRSCHERL

Immobilieneigentümer können auf Finanzhilfen hoffen

Um die Klimaziele zu erreichen müssen laut EU-Kommission mindestens zwei Prozent der Gebäude pro Jahr  modernisiert werden. Dder CO2-Ausstoß aus Gebäuden müsste um 60 Prozent gesenkt und der Energiebedarf um 14 Prozent verringert werden. Neuartihe Heizsysteme, die auf fossile Brennstoffe verzichten werden dafür ebenso nötig, wie eine sinnvolle Dämmung, Lüftungssysteme und Fenster. Immobilieneigentümer können auf Finanzhilfen hoffen.

Das Gremium hatte am 14. Oktober ein Strategiepaper veröffentlicht, das die grobe Richtung für die sogenannte "Renovierungswelle" im Rahmen des Green Deals vorgibt.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen fordert für den ambitionierten Vorstoß der EU-Kommission Zuschüsse zu den Modernisierungskosten: "Die Energiewende als Ganzes wird nur Erfolg haben, wenn sie nicht zum sozialen Spaltpilz wird. Um die hoch gesteckten, gesellschaftlich und politisch gewollten Klimaziele zu realisieren, ist deshalb wirksame finanzielle Unterstützung unabdingbar. Andernfalls wird Klimaschutz beim Wohnen gleichbedeutend mit Mieterhöhungen bis hin zu Verdrängung."

Den Inhalt des EU-Strategiepapiers kann man hier nachlesen (PDF, 27 Seiten, in Englisch)

Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, teilte einige Ideen zur Steigerung der Sanierungsquote mit:

Zunächst müsse analysiert werden, warum trotz hunderter Milliarden von Investitionen in die energetische Gebäudesanierung in den vergangenen Jahren der Raumwärmeverbrauch und die CO2-Emissionen bei Wohngebäuden nicht abnehme. Es fehle an einer Steuerung von Investitionen und Förderung, die sich nach CO2-Emissionen richtet.

Insbesondere müsse es Wohnungsunternehmen endlich ermöglicht werden, Strom vor Ort durch erneuerbare Energien und als Nebenleistung zur Vermietung zu erzeugen. Neben Mieterstrommodellen sollte die Senkung von CO2-Emissionen mit Blick auf die Zusammenhänge in ganzen Wohnquartieren im Fokus stehen.

Die vollständige Stellungsnahme des GdW lesen Sie hier

Studie „Wie Deutschland bis 2035 CO2-neutral werden kann“

Eine neue Studie des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie im Auftrag von Fridays for Future analysiert, welche Maßnahmen notwendig wären, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Bereits der Titel verrät eine der wichtigsten Erkenntnisse der Wissenschaftler: Die Einhaltung der 1,5-Grad-Marke ist nur dann möglich, wenn Deutschland binnen der nächsten 15 Jahre CO2-neutral wird. Das bedeutet, die Emissionen müssen unmittelbar in den kommenden Jahren drastisch gesenkt werden.

Für den Gebäudesektor ist die energetische Sanierung maßgeblich für die Erreichung der Pariser Klimaziele. Hier sollte der Einbau fossiler Heizungen binnen kürzester Zeit beendet werden, statt dessen sollten Wärmepumpen die dominierende Technologie im Wärmesektor sein. Damit Sanierungen schnell und gut umgesetzt werden, plädieren die Studienautoren für eine Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive im Handwerk.

Jetzt ranklotzen!

Als weitere Aufgaben schreibt die Studie Politikern und er Gesellschaft allgemein folgendes ins Stammbuch:

  • vollständiger Kohle-, Öl- und Gasausstieg bis 2035 einen Zubau von Windkraft- und PV-Leistung von jährlich 25 bis 30 GW
  • Erzeugung einer sehr viel größeren Menge an Wasserstoff (etwa dem acht- bis 18-fachen der heutigen Erzeugung)
  • ÖPNV ausbauen, Privat-PKW einschränken
  • Sanierungsquote erhöhen und Handwerk stärken

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