Trinkwasserhygiene

Smarte Regelungstechnik gegen Keime

Je größer eine Immobilie ist, desto größer das Risiko, dass sich gesundheitsgefährdende Keime, insbesondere Legionellen, vermehren. In einem Mehrfamilienhaus mit über 50 Wohnungen liegt die Wahrscheinlichkeit schon bei bis zu 29,8 Prozent, so eine Studie der Firma Techem aus dem Jahre 2017. Vermieter und Verwalter müssen für eine intakte Trinkwasserleitung sorgen. Geht das auch digital und smart?

Chemisch und bakteriologisch ist das Trinkwasser, das die Wasserwerke durch die Leitungen schicken, einwandfrei. Die Belastung mit Legionellen entsteht meist erst auf den letzten Metern in den Gebäudeinstallationen und sollte deshalb von Immobilienbesitzern, Verwaltern oder dem Vermieter regelmäßig kontrolliert werden. FOTO: THOMAS KNAUER
Chemisch und bakteriologisch ist das Trinkwasser, das die Wasserwerke durch die Leitungen schicken, einwandfrei. Die Belastung mit Legionellen entsteht meist erst auf den letzten Metern in den Gebäudeinstallationen und sollte deshalb von Immobilienbesitzern, Verwaltern oder dem Vermieter regelmäßig kontrolliert werden. FOTO: THOMAS KNAUER

Trinkwasserhygiene setzt die richtige Temperatur, ständige Zirkulation und den regelmäßigen Wasseraustausch im Leitungsnetz voraus. Der sich erst langsam auflösende Investitionsstau (ca. 40% der Heizungs- und Trinkwasseranlagen in dt. Wohnungen sind älter als 20 Jahre) führt im Zusammenspiel mit einer steigenden Anzahl an Single-Haushalten, geringeren Aufenthaltszeiten in den Wohnungen und falschem Wassersparverhalten jedoch dazu, dass die geltenden Normen nicht immer eingehalten werden.

Die Leitungen sollten regelmäßig gründlich kontrolliert und gespült werden. Wäre es nicht praktisch, die regelmäßige Kontrolle könnte digital erfolgen?

Digitale Überwachung: So haben Mikroorganismen keine Chance

Mit dem intelligenten Regelsystem PAUL hat das Unternehmen Actaqua GmbH ein innovatives Produkt- und Serviceangebot für Immobilienbetreiber für Trink- und Heizungswasseranlagen entwickelt, das dazu beiträgt, den Energieverbrauch zu senken und Revitalisierungskosten zu reduzieren.

Durch einen permanenten hydraulischen Abgleich über digital gesteuerte Kugelhähne und Pumpen wird die Trinkwasserhygiene jederzeit vollautomatisch sichergestellt und das Leitungsnetz bestmöglich Instand gehalten. Mittels Künstlicher Intelligenz gesteuert, werden alle Anlagedaten in ein Cloudsystem übermittelt und ermöglichen so durch eine 24/7-Dokumentation Transparenz und Rechtssicherheit für die Anlagenbetreiber.

Alle Komponenten des PAUL-Trinkwassersystems werden miteinander sowie mit einer zentralen Steuereinheit vernetzt. Eine Software in der Steuereinheit macht das System intelligent. Und eine schnelle Internetverbindung gewährleistet den bidirektionalen Datenaustausch mit dem Gebäude. Zusammen mit anderen Steuerungs- und Regelungskomponenten entsteht ein Smart Building.

PAUL ist Preisträger des 4. ZIA-Innovationsberichts

Das System PAUL wurde im Rahmen des Innovationskongresses 2020 des Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA als Preisträger des 4. Innovationsberichts bekannt gegeben. Dabei wurde PAUL als Best Practice Innovation ausgezeichnet und hat sich damit gegen 110 Einreichungen aus den Bereichen Energie, Mobilität und Stadtgesellschaft durchgesetzt.

Das Urteil der Jury lautet: „Die Actaqua GmbH ist mit seinem System PAUL, welches digital fortlaufend den hydraulischen Abgleich vornimmt und Keime und Ablagerungen beseitigt, ein Pionier in der Digitalisierung von Trinkwasseranlagen. Damit bringt PAUL eine Innovation in einen oft vernachlässigten Bereich der Gebäudetechnik. Hier wird IoT Wirklichkeit mit dem schönen Nebeneffekt von bis zu 25 % Energieeinsparung bei der Trinkwassererwärmung.“

Nach Angaben der Firma Actaqua ist PAUL bereits in 60.000 Wohneinheiten verbaut. PAUL ist die Abkürzung für Permanent Analytic Use Log. Mehr zum sogenannten "Digitalen Hausmeister".

Quelle: ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V./ Actaqua GmbH

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