Fachkonferenz „Effiziente Gebäude 2021“

Von nachhaltigen Baustoffen bis energetische Modernisierung

Eine Konferenz zum Thema „Effiziente Gebäude“ beschäftigte sich mit der Frage, wie sich die nationalen Klimaschutzziele in der Bauwirtschaft erreichen lassen. Als Antwort darauf wurden zum Abschluss der Seminarreihe 10 Thesen zur Gegenwart und Zukunft des Bauens formuliert.

Gute Neubauprojekte und gelungene Sanierungsbeispiele helfen die Potenziale zu verbesserter Klimaneutralität aufzeigen. BILF: M.EISINGER.
Gute Neubauprojekte und gelungene Sanierungsbeispiele helfen die Potenziale zu verbesserter Klimaneutralität aufzeigen. BILF: M.EISINGER.

An der Konferenz vom 02. bis 16. November 2021 nahmen über 650 AkteurInnen aus dem Bauwesen teil. Bereits seit 2009 bringt die „Effiziente Gebäude“ (ehem. Norddeutsche Passivhauskonferenz) ExpertInnen und Fachpublikum aus der Baubranche zusammen. An der Schnittstelle zwischen Architektur, Technik und Quartier fördert sie den interdisziplinären Austausch zwischen den beteiligten AkteurInnen und setzt neue Impulse für eine zukunftsorientierte Entwicklung im Planen und Bauen von energieeffizienten Gebäuden und Quartieren.

Die 10 Thesen „Effiziente Gebäude“ 2021:

  1. Die Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten als eine Handlungsgemeinschaft ist wichtig für ein ökologisch und ökonomisch verantwortungsvolles Bauen.
  2. Im Zusammenhang mit dem Klimaschutz besteht großer Handlungsbedarf bei nachhaltigkeitsoffenen Geldinstituten mit normalen Konditionen.
  3. Energetische Modernisierung im Bestand verlangt Tiefgang. Das bedeutet: was wir tun, müssen wir richtig (und umfassend) tun.
  4. Wir benötigen Transparenz im Gebäudebestand als Grundvoraussetzung für die Steuerbarkeit von Modernisierungsmaßnahmen.
  5. Klimaneutrale Quartiere verlangen eine frühzeitige, thematische Verankerung in Wettbewerben, B-Plänen und Grundstückskaufverträgen sowie großes politisches Engagement.
  6. Zentrale Herausforderungen der energetischen Quartierssanierung sind u. a. das richtige Sanierungsmanagement zu finden, sowie das Handwerk zum Partner zu gewinnen.
  7. Mit Blick auf die Anforderungen des nachhaltigen Bauens müssen die Leistungsvereinbarungen mit PlanerInnen projektbezogen flexibler werden. Die HOAI ist hier nicht mehr zeitgemäß anwendbar.
  8. Es muss ein umfangreiches Basiswissen zu nachhaltigen Baustoffen und Konstruktionen an alle AkteurInnen des Planen und Bauens vermittelt werden.
  9. Im urbanen Raum wird die Dachbegrünung und der genutzte Dachgarten in naher Zukunft an Bedeutung gewinnen.
  10. Fit for 55: die europäischen Rahmenrichtlinien für Gebäudeenergieeffizienz werden ab 2022 zusätzliche Impulse für die nationalen Gebäudestandards setzen.

Die nächste „Effiziente Gebäude“ findet im Herbst 2022 statt – ob dann wieder digital oder als hybride Veranstaltung wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Das untenstehende PDF vermittelt Ihnen einen Eindruck der zurück liegenden Konferenz mit den Angaben zu allen Vorträgen sowie einige ausführliche, inhaltliche Vortragsbeschreibungen.

Quelle: ZEBAU – Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH

andere Artikel zum Themenbereich effiziente Gebäude, Klimaschutz und Gebäude:
Baustopp für das Effizienzgebäude 55
Heizungstausch: Aus alt wird effizient
Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) schreibt vor, dass zu Prozessen, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, der Verantwortliche Verfahrensverzeichnis führen muss. Insbesondere bei einer Prüfung durch die Datenschutzbehörden muss der Verantwortliche...
Printer Friendly, PDF & Email
Das Quartier „Dünenpark“ auf Sylt nimmt Gestalt an: Auf einer rund 18 Hektar großen Fläche der ehemaligen Marineversorgungsschule in List entstehen in den kommenden Jahren bezahlbarer Dauerwohnraum...
Premium
Bild Teaser
Ende des Mietverhälnisses
Body Teil 1
Ein gemeinsamer Irrtum der Parteien über den Fortbestand des Mietverhältnisses kann keine Geschäftsgrundlage sein. BGH, Urteil vom 11. November 2020 –
Tag der Wohnungswirtschaft
So lautet das Motto des diesjährigen Tag der Wohnungswirtschaft, den der Spitzenverband GdW heute veranstaltet. An die zukünftige Bundesregierung geht der Appell: Es brauche einen realistischen Plan...
Frei
Bild Teaser
Editorial
Body Teil 1
Der Bausektor verschlingt in Deutschland rund 60 Prozent der natürlichen Ressourcen und verursacht 50 Prozent des gesamten Abfalls. Wie kurzsichtig