Verkehrssicherungspflicht

Vorsicht bei der Schnee-Entfernung

In den kommenden Tagen sollen sich Schneefälle bis in flachere Regionen ausbreiten. Dies bringt einige Herausforderungen für Haus- und Immobilienbesitzer mit sich. Schnee belastet Dachkonstruktionen teilweise erheblich, besonders wenn er nass ist.

Als Hausbeitzer oder -Verwalter können Sie zuschauen, wie sich die weiße Pracht ausbreitet. Besser ist jedoch zu prüfen, ob die Schneelast zu groß für die Dächer ist. FOTO: Pixelio/ Ulrich Kuhn
Als Hausbeitzer oder -Verwalter können Sie zuschauen, wie sich die weiße Pracht ausbreitet. Besser ist jedoch zu prüfen, ob die Schneelast zu groß für die Dächer ist. FOTO: Pixelio/ Ulrich Kuhn

Immobilienbesitzer und - Verwalter sollen aufgrund Ihrer Verkehrssicherungspflicht dafür Sorge tragen, dass von ihren baulichen Anlagen keine Gefährdung Dritter ausgeht. Der TÜV Rheinland empfiehlt die Witterung im Blick zu behalten.

Belastung für Dächer

Dabei spielt nicht nur der Schneefall selbst eine Rolle. Je nach Menge und abhängig von der Witterung kann sich auch eine zunächst unkritische Schneedecke in eine tonnenschwere Belastung verwandeln. "Pulverschnee wiegt weitaus weniger als nasser und gesättigter Schnee", sagt der Fachmann vom TÜV Rheinland.

Wechseln sich Frost- und Tauperioden ab, können kritische Überlasten entstehen. Ein Vergleich: 10 Zentimeter Pulverschnee wiegen pro Quadratmeter etwa 10 Kilogramm, die gleiche Menge Nassschnee bereits bis zu 40 Kilogramm. Gefriert der Schnee zu Eis, erhöht sich das Gewicht auf bis zu 90 Kilogramm - und das pro Quadratmeter. Große Hallen mit Flachdächern oder leicht geneigten Dächern sind dabei besonders zu beobachten, empfiehlt TÜV Rheinland.

Aufbauten erhöhen Belastung

Aufbauten auf dem Hallendach können das Problem verschärfen: "Ragt beispielsweise ein Treppenhaus aus dem Hallendach hervor, bilden sich an dessen Seitenwänden durch Verwehungen möglicherweise Schneekeile, die zusätzlich auf das Dach drücken", betont Kohlbrei. Problematisch sind auch die sogenannten Sheddächer, die von der Seite aussehen wie Sägezähne. Fallen große Schneemassen, rutschen sie nach unten und sammeln sich wie in einem Trichter, was die Schneelast enorm verstärken kann.

Vorsichtsmaßnahmen treffen

Wer kleinere Flachdächer selbst vom Schnee befreien möchte, sollte äußerst vorsichtig vorgehen. Bei einer dicken Schneedecke ist zudem nicht zu sehen, wo man hintritt. Deshalb Dacheinbauten wie Oberlichter unbedingt kenntlich machen, um Unfälle zu vermeiden, empfiehlt TÜV Rheinland. Arbeitende Personen müssen abgesichert sein und den Schnee von verschiedenen Seiten abtragen, um einseitige Belastungen zu vermeiden. Bei Flachdächern großer Hallen gilt: Ist die Schneelastgrenze erreicht, sollte professionelle Hilfe angefordert werden, um das Dach zu räumen.

Quelle: TÜV Rheinland AG

weitere Infos:
Dächer sollten vorsichtig geräumt werden
Streugut muss nicht umgehend beseitigt werden
Kein Schadenersatz nach Glätteunfall auf Gehweg 
Nachbarstreit wegen zwei Schaufeln Schnee
Online die Wettergefahren checken
Sicherungen gegen Dachlawinen (versch. Urteile)

Droht ein Bußgeld, wenn Sie das Schneeräumen vernachlässigen?

Die Pflicht zum Schneeräumen ist gesetzlich festgeschrieben, doch nicht jedes Bundesland ahndet es, wenn der Gehweg nicht vom Schnee befreit wird. Selbst wenn kein Bußgeld verlangt wird, kann es teuer werden. Verletzt sich ein Passant, weil er ausrutscht, kann ein Anspruch auf Schmerzensgeld entstehen.

Eine Tabelle, welches Bußgeld in welchem Bundesland fällig wird, steht auf der Seite von "Bußgeld-Info".

Wenn Sie ein Einfamilienhaus oder eine Doppelhaushälfte als Ganzes vermieten wollen und der Mieter auch den Garten nutzen darf, können Sie dieses Muster für den Abschluss eines Mietvertrags nutzen. Eine Mieterhöhung ist hier auf die ortsübliche Vergleichsmiete...
Printer Friendly, PDF & Email
29.4.2021
IVV-Serie: Wohnen der Zukunft weitergedacht
Während Großstädte weiter wachsen, ist der Bevölkerungsschwund auf dem flachen Land teilweise dramatisch. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Mietwohnimmobilienmärkte. Soll der Leerstand in der...
29.11.2020
Wohnzufriedenheit
Niemand wohnt zufriedener als die Menschen in Sachsen-Anhalt. Platz 2 und 3 gehen an die Bundesländer Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Homeday...
4.5.2021
Baumaterial verteuert sich deutlich
Nach Ende des weltweiten Konjunktureinbruchs in der Corona-Krise kaufen China und die USA verstärkt in Europa ein. Das dürfte auch den Wohnungsbau in Deutschland verteuern.
19.12.2018
Energieforum West 2019
Die Veranstaltung entwickelt sich zur Netzwerkbühne für die Wohnungs- und Energiewirtschaft. Erstmals findet das Forum im Neubau der EBZ in Bochum statt. Vielversprechende Innovationen kennenler­nen...
10.12.2018
Heizungsmodernisierungen
Nach der zweiten Runde der Modernisierungsaktion „Raustauschwochen“ ziehen Gaswirtschaft, Gerätehersteller und Handwerk eine positive Bilanz: Zwischen März und Oktober 2018 wurden 7.280 veraltete...
7.12.2018
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach zu Besuch im EBZ
Wie funktioniert Wohnungspolitik und wie lässt sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen von Immobilienunternehmen erhöhen? Über beide Fragen diskutierte die Ministerin mit Berufsschülern und...