Zwei Jahre DSGVO

Wie steht es in der Corona-Krise um den Datenschutz?

Besonders in der Anfangszeit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wurde die Verordnung vor allem als bürokratisches Zumutung empfunden. Doch besonders heute, in Zeiten der sozialen Medien und der Gewohnheit, selbst persönlichste Erlebnisse und Daten mit der Welt zu teilen, bedarf es dieses Instruments mehr denn je. Deshalb ist ein verlässlicher Schutz von Daten wichtiger denn je.

In der Wohnungswirtschaft lassen sich immer mehr Geschäftsprozesse elektronisch durchführen. Internet, Cloud-Dienste und mobile Endgeräte haben die Anwendungen in jüngster Zeit noch vervielfältigt. BILD: Fotolia/Aleksandr Bedrin
In der Wohnungswirtschaft lassen sich immer mehr Geschäftsprozesse elektronisch durchführen. Internet, Cloud-Dienste und mobile Endgeräte haben die Anwendungen in jüngster Zeit noch vervielfältigt. BILD: Fotolia/Aleksandr Bedrin

Beschneidung von Grundrechten in Krisenzeiten

Grundrechte werden in Krisenzeiten beschnitten – diese Einschränkungen müssen jedoch eng an das Ablaufdatum des Ausnahmezustandes gekoppelt sein. Die Einschränkungen in Deutschland sind zeitlich begrenzt. Lockerungs-Regelungen sind eng mit Wissenschaftlern abgestimmt - zum Wohle der Menschen.

Es steht außer Frage, dass eine Tracing App zur Nachverfolgung von Infektionsketten ein wirksames Instrument zur Bekämpfung der Pandemie darstellt. Doch kann sie nur auf freiwilliger Basis eingesetzt werden. Diese Freiwilligkeit jedoch fußt auf Akzeptanz und Vertrauen der Bevölkerung, die nur gewährleistet werden kann, wenn ein Ende der Maßnahmen in Aussicht gestellt wird und der vertrauensvolle Umgang sowie die Anonymisierung der gesammelten Daten gewährleistet wird.

Datenschutz im Homeoffice

Eine weitere Lehre aus der Krise kommt aus dem Bereich der digitalen Arbeit von zu Hause aus. Viele Firmen und Einrichtungen des öffentlichen Lebens, wie beispielsweise Schulen und Universitäten, haben den Betrieb aufgrund der Quarantäne auf Onlineportale ausgelagert. Videokommunikation ist der neue Alltag, Firmendaten sowie Lehrmaterial zirkulieren in großem Stil online.

Für viele Betriebe ging es bei der Entscheidung für den besten Anbieter eher um Schnelligkeit als um Sorgfalt. Die Not zur schnellen Umstellung ließ den Verantwortlichen oft keine Zeit, sich detaillierte Einblicke in die Datenschutzstandards des gewählten Anbieters zu verschaffen. Besonders bei Anbietern aus dem EU-Ausland sind jedoch Bedenken hinsichtlich des angemessenen Datenschutzes angebracht. Unternehmen mit Sitz außerhalb der EU-Länder sind nämlich nicht automatisch an die Regelungen der DSGVO gebunden. Ein US-amerikanisches Unternehmen beispielsweise ist vielmehr dazu verpflichtet, den US-Behörden bei Bedarf Einsicht in ihre Kundendaten zu gewähren. Der Kunde hat dahingehend keine Handhabe – oft erfährt er die Preisgabe seiner Daten noch nicht einmal.

Die Pflicht von Cloud-Betreibern in Deutschland ist es, höchst mögliche Datensicherheit zu gewährleisten. Niemand anderes als der Kunde selbst darf Zugriff auf seine Daten haben - noch nicht einmal der Cloud-Anbieter selber.

Diesen höchsten Ansprüchen stellt sich zum Beispiel der Anbieter uniscon. Alle  auf idgard und der sealed platform gespeicherten Daten sind verschlüsselt und den Schlüssel hat nur der Kunde.

Quelle: uniscon GmbH (ein Unternehmen der TÜV SÜD Gruppe)

Weiterlesen:
Fachartikel: Veränderungsprozesse angemessen durchführen
Vertragsservice-Portal für Immobilienverwalter und Vermieter
Fachartikel: 
Best-Practice-Innovationen für die Wohnungswirtschaft
Was kann man gegen IT-Spionage und Sabotage tun?
Cloud-Dienste müssen sicher sein

bnm

Printer Friendly, PDF & Email
4.6.2025
Haus & Grund warnt
Als Schutz vor Einbrüchen oder Vandalismus werden immer häufiger Überwachungskameras installiert. Das kann jedoch vor allem in einem Mehrfamilienhaus zu Problemen und sogar juristischen Streitigkeiten...
23.2.2024
Anhörung im Rechtsausschuss
Ob Wohnungseigentümerversammlungen künftig ausschließlich virtuell stattfinden sollen, wenn 75 Prozent der Eigentümer dies so wollen, ist unter Sachverständigen umstritten. Das wurde während einer...
16.12.2025
Gebäudetyp E wie einfach
Kostenoptimiertes Bauen darf nicht länger die Ausnahme sein, die aufwendig geregelt werden muss, sondern muss zum neuen Normal werden. Das fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft...
3.12.2025
Ausbau des Glasfasernetzes
Die zentrale Rolle der organisierten Wohnungswirtschaft beim deutschlandweiten Glasfaserausbau (FTTH) macht eine aktuelle Studie deutlich. Die Branche strebt die flächendeckende Erschließung ihrer...
26.3.2025
Neue Norm für Verkehrssicherheitsprüfung
Die deutsche Normengläubigkeit bekommt in der Bau- und Immobilienwirtschaft derzeit Risse. Das DIN-Institut sieht sich zu öffentlichen Erklärungen genötigt. Jetzt gibt es massive Kritik am „Gebäude...
15.12.2023
BID hat Rechtsgutachten bestellt
Ein Rechtgutachten im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) kommt zu dem Ergebnis, dass die Absenkung technischer Anforderungen ohne nennenswerte Einschränkung...