Von herausragender Bedeutung für die Wohnungswirtschaft war zuletzt vor allem eine Entscheidung: die Verabschiedung des Bauturbos. Er ist am 30. Oktober in Kraft getreten und soll bis zum 31. Dezember 2030 gelten. Damit er seine volle Schubkraft entfaltet, hat das Bundesbauministerium zusammen mit der Bauwende Allianz das Umsetzungs-Labor eingerichtet. Bis Ende März 2026 will es eine gemeinschaftliche Lern- und Austauschplattform sein. Damit das, was laut Selbstdarstellung im Umsetzungslabor „offen, mutig, lösungsorientiert“ diskutiert wird, auf dem Weg zur Baustelle nicht verloren geht, gibt es zusätzlich eine Bau-Turbo-Werkstatt. Guten Willen gibt es offenbar genug. Wir dürfen gespannt sein, was er bewirken wird.
Für den seriellen Wohnungsbau könnte sich der Bau-Turbo als Booster erweisen. Mag man sich auch eher mit gemischten Gefühlen an die Ära der Fertighäuser erinnern, der serielle Wohnungsbau erweist sich in letzter Zeit als ausgesprochen zeitgemäß. Durch seriell gefertigte Module kann er mit Einsparungen bei Zeit und Kosten überzeugen. Zwei Aspekte, die bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Mittelpunkt stehen. Wie es um den seriellen Wohnungsbau aktuell bestellt ist, welche Möglichkeiten er für den Neubau und Umbau bietet, das zeigt Ihnen unser Special ab Seite 29.
Ein Opfer des Bürokratieabbaus wurde die Fortbildungspflicht für Makler und Immobilienverwalter. Am 6. November hat das Bundeskabinett sie kurzerhand abgeschafft. Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV) und der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE) warnten vergeblich davor. Sie verwiesen auf die stetig steigenden Anforderungen in der Immobilienverwaltung. Doch damit konnten sie die Machete des Bürokratieabbaus, mit der die Bundesregierung den regulatorischen Wildwuchs bekämpfen will, nicht aufhalten. Alles Wichtige dazu auf Seite 10.
Ein Thema, das unlängst für Schlagzeilen sorgte, ist das Einfache Bauen. Der Gebäudetyp E – e wie einfach – soll mehr bezahlbaren Wohnraum liefern. Dafür soll es auf Bundesebene demnächst einen einheitlichen gesetzlichen Rahmen geben. Auf Landesebene gibt es in Bayern bereits vollendete Tatsachen. Genauer gesagt in Ingolstadt: Über ein Wohnhaus ohne Heizung erfahren Sie mehr ab Seite 16.
Recycling ist in vielen Bereichen längst selbstverständlich. Selbst Anbieter hochpreisiger Pkws polieren ihr ökologisches Image auf, indem sie im Innenraum recycelte Materialien verwenden. Bei Immobilien hingegen steckt das zirkuläre Bauen noch in den Kinderschuhen. Spannend ist die Entwicklung allemal, wie drei Artikel ab Seite 39 zeigen. Dort wird beispielsweise geklärt, ob sich Brandschutztüren wiederverwenden lassen.
Nicht wiederverwenden lassen sich Weihnachtsbäume, zumindest jene Variante, die im Wald wächst. Aus Plastik gefertigt sollen sie angeblich ab dem fünften Weihnachtseinsatz eine positive Ökobilanz vorweisen. Wofür auch immer Sie sich entscheiden:
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Weihnachtsfest und viel Tatkraft für ein bewegtes Jahr 2026!
Christian Veh
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