Konjunkturprogramm und Marktmonitor

Attraktive Anreize für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Die im Januar 2020 im Rahmen des Klimaschutzprogramms stark verbesserten Förderprogramme bieten Unternehmen und privaten Immobilienbesitzern attraktive Anreize für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Auch die Beschlüsse zum Konjunkturpaket der Bundesregierung bauen darauf auf, indem das CO2-Sanierungsprogramm für die Jahre 2020 und 2021 jeweils um eine Milliarde auf 2,5 Milliarden aufgestockt wird. Der kontinuierliche Mittelfluss ist wichtig für eine konstante Nachfrage, die auch Planungssicherheit schafft.

Der dena-Marktmonitor ist ein Zustandsbericht. Er konkretisiert Lösungsoptionen für eine nachhaltige Zukunft. SCREENSHOT PDF-Cover.
Der dena-Marktmonitor ist ein Zustandsbericht. Er konkretisiert Lösungsoptionen für eine nachhaltige Zukunft. SCREENSHOT PDF-Cover.

Die Nachfrage nach den Förderprogrammen ist im ersten Quartal 2020 deutlich gestiegen. Von zentraler Bedeutung ist nun ein monatliches engmaschiges Monitoring der Förderabrufe, um bei Bedarf frühzeitig nachsteuern zu können.

dena MARKTMONITOR zu den Perspektiven des Gebäudesektors im Kontext der Corona-Krise

Die Corona-Krise könnte den Gebäudebereich mit zeitlichem Verzug stärker belasten, als sich derzeit abzeichnet. Die Zahl der Neuaufträge ist seit Wochen stark rückläufig, was in wenigen Monaten spürbar sein wird. Die Branchen setzen deshalb auch auf eine Belebung der Nachfrage durch das Klimaschutzprogramm 2030 und das Konjunkturpaket.

Für Energie und Klimaschutz stehen mit dem Klimaschutzprogramm gut 50 Milliarden, aus dem Konjunkturprogramm etwa 40 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Politik hat damit Maßnahmen im Umfang von fast 100 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, die auch im Gebäudebereich Wirkung entfalten können. Insgesamt kommt es nun darauf an, den Bausektor in den kommenden Monaten zu stabilisieren und gleichzeitig die richtigen Impulse für mittelfristig wirkende Klimaschutz- und Konjunkturmaßnahmen zu setzen.

Lösungsoptionen für nachhaltiges Wachstum

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, kommentiert: "Viele Unternehmen sind mit vollen Auftragsbüchern in die Krise gestartet. Aber dieser Puffer schmilzt bei Bauunternehmen, Herstellern, Handwerk und Planern dahin. Wichtig sind daher Maßnahmen, die sowohl die Nachfrage als auch die Klimaschutzziele stärken. Das aktuelle Konjunkturprogramm der Bundesregierung spiegelt das in weiten Teilen wider. Es gibt durchaus Gründe für Zuversicht. Die dynamischen Entwicklungen bedürfen allerdings eines genauen Monitorings. Dazu möchten wir mit diesem dena-Marktmonitor einen Beitrag leisten." Die Branche beschäftigt insgesamt 4,2 Millionen Mitarbeiter und setzte im vergangenen Jahr ein Bauvolumen von rund 430 Milliarden um. Der Sektor ist aus klimapolitischer Sicht relevant, da die Emissionen im Gebäudebereich bis 2030 von heute rund 120 Millionen Tonnen auf 70 Millionen Tonnen sinken müssen.

Bauinvestitionen in Kommunen und im privaten Sektor auslösen

Unternehmen benötigen vor allem verlässlich Aufträge. Vorliegende Bau- und Sanierungsanträge müssen daher seitens der Verwaltungen zügig bearbeitet werden. Wichtig ist auch, dass Kommunen die energetische Sanierung von Schulen, Verwaltungsgebäuden oder Krankenhäusern vorantreiben und zusätzlichen Wohnraum schaffen. Denn dies dient der Konjunkturbelebung und dem Klimaschutz gleichermaßen.

Ergänzend sollten zur Unterstützung von Kommunen und Kreisen auf Landes- oder regionaler Ebene Kompetenzzentren geschaffen werden, die flächendeckend Unterstützungsdienstleistungen für die Bauverwaltungen anbieten. Um privaten Bauherren sinnvolle Investitionsmöglichkeiten aufzuzeigen, sollte eine kostenfreie, vom Bund getragene Beratungsoffensive mit individuellen Sanierungsfahrplänen (iSFP) ins Leben gerufen werden.

Hier finden Sie den kompletten dena-MARKTMONITOR Gebäudesektor "Perspektiven des Gebäudesektors in der Corona-Krise".

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Das lesen Sie in der Juni-Ausgabe der IVV
Außenräume planvollgestalten
Augsburger Quartier erhält Glasfasernetz
Neue KfW-Förderprogramme
Senkt das neue WEG dieInvestitionshürden? 
Die Arbeit neu denken
>>
alle Fachartikel aus der IVV-Juni-Ausgabe

Häuser können in einzelne Eigentumswohnungen aufgeteilt sein (Wohnungseigentumsgemeinschaft) oder im Ganzen einer Person oder einer Gesellschaft gehören. Dieses Muster enthält einen vollständigen Mietvertrag für eine Wohnung, die keine Eigentumswohnung ist und...
Printer Friendly, PDF & Email
3.6.2020
Impulse für den Wohnungsbau
Ein breites Bündnis für den Wohnungsbau meldet sich zu Wort und fordert: Kontinuität und Stabilität für eine Branche, die nachhaltig bezahlbaren Wohnraum und Sozialwohnungen baut und bei der auch die...
9.7.2020
Verbändeschreiben von BDEW, VDA und GdW
Elektromobilität ist ein entscheidender Baustein für die klimafreundliche Mobilität der Zukunft. In einem gemeinsamen Schreiben appellieren der Bundesverband deutscher Wohnungs- und...
15.9.2017
Gutachten
Fälschlicherweise wird oft angenommen, Vermieter von Wohnungen und Häusern wären immer vermögend. Tatsächlich werden die meisten Mietwohnungen in Deutschland aber von privaten Kleinvermietern...
30.4.2018
Studie im Auftrag von Baustoff-Herstellern
Rund 215.000 zusätzliche Arbeitsplätze können im Bauhandwerk entstehen, wenn zur Erreichung der Klimaziele der Gebäudebestand bis 2050 energetisch modernisiert wird. Das hat erstmals das...
28.3.2019
Deutscher Immobilien Kongress 2019
Heute findet die BFW-Mitgliederversammlung und der BFW–Deutscher Immobilien Kongress 2019 zusammen in Berlin statt. Die Wohnungsfrage sei nicht nur eine soziale, sondern eine existenzielle Frage...
29.6.2020
Absenkung der Mehrwertsteuer
"Niemand wird ein Haus bauen, nur weil die Mehrwertsteuer 3 % niedriger ist", erklärte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Reinhard Quast, anlässlich der Sachverständigenanhörung...