"Bundesregierung hält mehrere Kickstarter für die Bau- und Sanierungskonjunktur in der Hand"
Beim Wohnungsbau könnten beispielsweise zinsvergünstige Nachrangkredite den Investoren das Bauen erleichtern, da die Kreditsumme nicht als Fremd-, sondern als Eigenkapital gewertet wird. Die Studie kommt auf rund zehn Milliarden Euro Investitionen bei 35.000 zusätzlichen Wohneinheiten pro Jahr. Auch den von der Ampel-Regierung gestrichenen Förderstandard "Effizienzhaus 55" kurzzeitig wiederzubeleben, kann einen Impuls bringen.
Der von der Bundesregierung angedachten steuerlichen Förderung für die Modernisierung geerbter Häuser schreibt die Studie ein Potenzial von gut drei Milliarden Euro Sanierungsinvestitionen pro Jahr zu. Einen vergleichbaren Effekt hätte eine Verbesserung der bestehenden steuerlichen Förderung und parallel der Bundeszuschüsse für einzelne Sanierungsmaßnahmen auf 25 Prozent.
Dabei schlagen die Autoren vor, direkte Zuschüsse nur noch an Haushalte mit einem Nettoeinkommen von bis zu 100.000 Euro zu zahlen. Für sehr gut verdienende Haushalte mit bis zu 200.000 Euro Nettoeinkommen wäre dann der Steuerabzug das Mittel der Wahl. Zudem gäbe es - wie bei der heutigen Heizungsförderung - Boni für Haushalte mit geringem Einkommen. Die Haushaltstitel für die Zuschüsse könnten so begrenzt werden und die Förderung bekäme eine soziale Komponente.
Beschäftigungszahlen in der Bauindustrie nicht rosig
Auch die mit den zusätzlichen Investitionen ausgelösten Beschäftigungseffekte seien zum jetzigen Zeitpunkt wichtig.
Nach einem jahrelangen Rückgang der Bauaufträge und der Sanierungsrate ist die Situation in der Bauindustrie alles andere als rosig. Das schlägt sich auch auf die Konjunktur in Deutschland nieder.
Die Prognos-Studie zeigt, dass die Bundesregierung mehrere Kickstarter für die Bau- und Sanierungskonjunktur in der Hand hält. Jetzt werden die laufenden Verhandlungen zum Bundeshaushalt 2026 zeigen, wie ernst es den politisch Verantwortlichen damit ist", meint Thomas Drinkuth, Leiter der RTG Repräsentanz Transparente Gebäudehülle.
Quelle: Repräsentanz Transparente Gebäudehülle GbR
Der deutsche Hochbau wird wohl erst im Jahr 2026 wieder wachsen. Nach dem unerwartet deutlichen Rückgang des Wohnungsbaus im Jahr 2024 werden sich die positiven Effekte wie der geringere Preisanstieg und die leicht sinkenden Zinsen erst 2026 zu einem leichten Wachstum der Bautätigkeit führen. Dies prognostiziert die jährliche Hochbaustudie der Strategie- und Transaktionsberatung EY-Parthenon.
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Hoffnung für das zweite Halbjahr 2025
Nach Einschätzung von Atradius wird eine Erholung der Branche erst in der zweiten Jahreshälfte 2025 mit einem Wachstum von lediglich 0,1 Prozent für das Gesamtjahr und weiter sinkenden Gewinnen (–1,9 Prozent) erwartet. Der Wohnungsbau wird laut Atradius stagnieren, während der Nichtwohnungsbau um 0,3 Prozent und der Tiefbau um 0,8 Prozent wachsen sollen. Letzterer werde von staatlichen Investitionen in Infrastrukturprojekte profitieren.
>> zum IVV-Fachartikel: Baubranche im Tal der Tränen















