Sanierungsarbeiten nach dem Energiesprong-Prinzip

Die erste energetische Gebäudesanierung in Nordrhein-Westfalen, die die innovative Modernisierungslösung nutzt, hat in Köln begonnen: Das Haus mit sechzehn Wohnungen ist der zweite Energiesprong-Pilot in Deutschland und bleibt als erstes Gebäude während der energetischen Sanierung bewohnt. Eigentümer ist die Wohnungsbaugenossenschaft am Vorgebirgspark (WgaV).

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Thomas Meißner, Vorstandsmitglied der WGaV, und Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, (v.l.n.r.) begrüßen den Start des Energiesprong-Piloten in der Schwalbacher Straße. BILD: Deutsche Energie-Agentur GmbH
Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Thomas Meißner, Vorstandsmitglied der WGaV, und Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, (v.l.n.r.) begrüßen den Start des Energiesprong-Piloten in der Schwalbacher Straße. BILD: Deutsche Energie-Agentur GmbH

Gebäude erreicht hocheffizienten KfW 55-Standard

Energiesprong ist ein international ausgezeichneter, digitalisierter Bauprozess mit vorgefertigten Elementen. Ziel der Kölner Gebäudesanierung ist, das vierstöckige Wohnhaus, Baujahr 1955, in kurzer Zeit und kosteneffizient auf den klimaneutralen NetZero-Standard zu bringen.

Es erzeugt dann im Jahr so viel erneuerbare Energie, wie die Bewohner für Heizung, Warmwasser und Strom in einem definierten Rahmen verbrauchen. Erreicht wird dieser Standard durch das serielle Sanieren mit vorgefertigten Fassaden- und Dachelementen sowie nachhaltiger Heiztechnik und Stromerzeugung. Die Sanierungsarbeiten sollen Mitte Dezember 2020 abgeschlossen sein.

Die Sanierung wird von der ecoworks GmbH umgesetzt. Die Deutsche-Energie-Agentur (dena) begleitet das Pilotprojekt.

Der Energiesprong-Pilot in Köln

Die Fassadenteile mit Faserzementplatten fertigt ein Holzbauunternehmen aus Brandenburg. Im September werden sie geliefert und an die Fassaden angebracht. Die Elemente werden komplett gedämmt und mit Fenstern und Türen montiert.

Im Vorfeld erfolgt eine Strangsanierung für Kaltwasser und der Einbau zweier Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser. Das Dach erhält eine PV-Anlage zur CO2-neutralen Stromerzeugung. Soweit noch nicht ausgetauscht erhalten die Wohnungen neue Heizkörper.

Eine Ultra-Filtrationsanlage garantiert einwandfreies Trinkwasser und einen effizienten Betrieb der Wärmepumpen. So erreicht das Gebäude den hocheffizienten KfW 55-Standard. Ein ständiges Monitoring sichert die Wirksamkeit der Anlagentechnik und garantiert schnelles Einschreiten bei Fehlfunktionen.

Potenzial für rund 500.000 Gebäude in Deutschland

In Deutschland wird Energiesprong von der dena koordiniert und vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen unterstützt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanziert das dena Projekt. Die Umsetzung der ersten Piloten in Deutschland wird zudem über das EU-Programm Interreg NWE "Mustbe0" gefördert. Dazu gehört auch das Projekt in Köln.

Die dena schätzt allein das Potenzial für kleinere bis mittlere Mehrfamilienhäuser der 50er bis 70er Jahre in Deutschland auf rund 500.000 Gebäude.

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH

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