Energetische Gebäudesanierung

Deutsche Umwelthilfe fordert Sanierungsfahrpläne

Klimaschutzziele gehen uns alle an. Um sie im Gebäudesektor zu erreichen, müssen Sanierungen in den Bestandsgebäuden steigen. Es muss nicht immer gleich das ganze Gebäude saniert werden. Auch niedriginvestive Maßnahmen wie die Dämmung der Geschossdecke oder Heizungsoptimierungen leisten einen wichtigen Beitrag. Um die Sanierungsraten im Bestand zu erhöhen, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH), dass die Erstellung von individuellen Sanierungsfahrplänen bei Verkauf oder Neuvermietung von Bestandsgebäuden verpflichtend wird.

Es muss nicht das ganze Gebäude energetisch saniert werden. Auch Sanierungsmaßnahmen für den kleinen Geldbeutel leisten einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Wohnqualität. FOTO: puren GmbH
Es muss nicht das ganze Gebäude energetisch saniert werden. Auch Sanierungsmaßnahmen für den kleinen Geldbeutel leisten einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Wohnqualität. FOTO: puren GmbH

Abgestimmte Einzelmaßnahmen für ein Gesamtkonzept

Ein individueller Sanierungsfahrplan für das entsprechende Gebäude integriert aufeinander abgestimmte Einzelmaßnahmen in ein langfristiges ganzheitliches Gesamtkonzept und erlaubt so die schrittweise und zielgerichtete Modernisierung des Gebäudes. Bei den Investitionskosten werden auch die jeweiligen finanziellen Möglichkeiten und Lebenssituationen der Gebäudeeigentümer berücksichtigt.

Noch stärkere staatliche Förderung

Die DUH fordert, dass individuelle Sanierungsfahrpläne noch stärker mit staatlicher Förderung bezuschusst werden, auch sollten die im Rahmen eines Fahrplans vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen steuerlich gefördert werden. Nur wenn Sanierungsfahrpläne in die Breite gebracht werden, können sie den wichtigen Beitrag sowohl zur Erhöhung der energetischen Sanierungsquote als auch deren Qualität leisten. Grundsätzlich ist die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung seit über einem Jahrzehnt überfällig.

Denkbare niedriginvestive Maßnahmen sind Heizungsoptimierungen wie ein hydraulischer Abgleich oder ein Pumpentausch sowie Geschossdecken- und Einblasdämmungen, die die Heizkosten reduzieren.

Fahrpläne verbessern die Datenlage beim Stand der Gebäudesanierung

Damit individuelle Sanierungsfahrpläne ihre volle Wirkung für die energetische Gebäudesanierung und den Klimaschutz entfalten, bedarf es weiterer flankierender Maßnahmen seitens der Bundesregierung: Aufgrund der langen Investitionszyklen muss bei allen Maßnahmen im Gebäudesektor stets vom Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes in 2050 gedacht und geplant werden. Neubauten müssen bereits heute klimaneutral errichtet und bei schrittweiser Sanierung eines Bestandsgebäudes mithilfe eines individuellen Sanierungsfahrplans muss mindestens der Zielstandard KfW-Effizienzhaus 55 festgelegt werden.

Durch die Erstellung von gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplänen kann zudem die Datenlage beim Stand der Gebäudesanierung verbessert werden. Der Bundesregierung würde so die Basis für eine bundesweite Sanierungsstrategie mit konkreten Handlungsschritten und Prioritäten für die kommenden Jahrzehnte geliefert.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

Weiterlesen:
Vorurteile gegen energetische Sanierung abbauen
GdW fordert lange Sanierungszyklen
DUH-Hintergrundpapier "Energetische Gebäudesanierung: Fragen und Antworten zur Wirtschaftlichkeit"
Gebäudesanierung kann Arbeitsplätze schaffen
Akzeptanz für energetische Sanierung erhöhen
Umsetzung der Energiewende stockt (August 2018)
Die Mythen der energetischen Sanierung (Juni 2018)
Steuerliche Förderungen könnten Anreiz für energetische Gebäudesanierung sein (August 2018)

Weiterführende Links:
www.duh.de

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