Elektromobilität in Wohnanlagen

In dem letzten halben Jahr wurden in Deutschland fast eine viertel Millionen Elektroautos zugelassen. Alle diese Autos benötigen nun auch eine Möglichkeit, um ihre Akkus wieder aufzuladen. Der beste Ort hierfür ist der private Stellplatz am Wohnort, da hier die Standzeiten hoch sind. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und mit dem WeMoG die rechtlichen Grundlagen geschafft und mit dem KFW-Programm 440 die passsende Förderung gestartet. Dadurch kommen nun auf die Hausverwaltungen einige Aufgaben zu, um den Wunsch der Mieter und Eigentümer nach einer Ladeinfrastruktur in Ihrer Wohnanlage zu erfüllen.

Tiefgarage mit Ladeinfrastruktur. Quelle: EAutoLader
Tiefgarage mit Ladeinfrastruktur. Quelle: EAutoLader

Ladepunkte in MFH - Das können Verwaltungen beachten

Da hier neben den Nutzern auch der Elektriker, der Netzbetreiber und die Hausverwaltung selber beteiligt sind, scheint das auf den ersten Blick ein komplexes Projekt zu werden. Fragt man jedoch Hausverwaltungen, die bereits Ladelösungen installiert haben, nach ihrer Erfahrung, geben drei Viertel an, dass die Installation größtenteils problemlos war.

Als Ladestationen für Elektroautos werden in der Regel sogenannte Wallboxen eingesetzt. Diese sind zwar auch nur bessere Steckdosen, aber da hier üblicherweise 11kW Strom fließen, sind in den Wallboxen einige Sicherheitseinrichtungen eingebaut.

Fachgerechte Planung

Die eigentliche Installation der Wallboxen und der zugehörigen Infrastruktur sind Elektroinstallationen, die jeder Fachbetrieb durchführen kann. Allerdings sollte auch diese Maßnahme, wie auch jede andere größere Elektroinstallation, fachgerecht geplant werden.

In Mehrfamilienhäusern kann es in Spitzenzeiten zu mehreren gleichzeitigen Ladevorgängen kommen. Diese Ladeleistung würde dann die maximale Anschlussleistung des Gebäudes schnell übersteigen. Daher ist der Einsatz eines Lastmanagementsystems notwendig. Diese Steuerung verhindert, dass zu viele gleichzeitige Ladevorgänge stattfinden und es dadurch zu einer Überlastung kommt.

Mittlerweile gibt es einige Anbieter, die diese Systeme anbieten. Die Hauptunterschiede sind folgende:
•    Wallboxen nur eines Herstellers oder herstellerunabhängige Systeme
•    Kauflösungen (einmalige Installationskosten), Contracting (monatliche Kosten), Kombinationen (Einmalkosten plus monatliche Kosten)
Welches System für welches Objekt das richtige ist, muss im Einzelfall untersucht werden.

Lastmanagement beachten

Selbst wenn das lokale Lastmanagement eine Überlastung verhindert, kann es in Zukunft auch im vorgelagerten Verteilnetz zu Problemen kommen. Daher ist es wichtig, dass der Netzbetreiber in Zukunft auch die Möglichkeit hat, mit einem übergeordneten Lastmanagement auf die Ladevorgänge Einfluss zu nehmen, um eine Überlastung des Trafos zu verhindern. Daher muss das lokale Lastmanagement auch die Möglichkeit haben, auf solche Eingriffe des Netzbetreibers reagieren zu können. Diese netzdienliche Ansteuerung kann durch niedrigere Netzentgelte und damit niedrigere Stromkosten honoriert werden.

Die Abstimmung mit dem Verteilnetzbetreiber sollte auch bereits in der Planungsphase erfolgen.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll ein schlüssiges Konzept zu haben, dass zukunftssicher ist. Eine vorschnelle Einzelinstallation von einigen Nutzern sollte vermieden werden, da dies im späteren Ausbau oft technische und rechtliche Schwierigkeiten verursacht.

Die Installation von Ladeinfrastruktur in Wohnanlagen ist kein komplexes Thema. Aber eine gute Vorbereitung und Planung lässt die Umsetzung und den späteren Betrieb deutlich entspannter ablaufen.

Ein Viertel der CO2-Emmisionen der privaten Haushalte verursacht der Verkehr. Wenn in Wohnanlagen Lademöglichkeiten mit Ökostrom bestehen, haben die Bewohner die Möglichkeit ihre Mobilität CO2-neutral durchzuführen. So kann die Wohnungswirtschaft relativ einfach einen großen Beitrag zur Klimawende leisten.

Autor: Thomas Klug, Geschäftsführer EAutoLader GmbH

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