„Gewohnt gut“-Auszeichnung des BBU

Wohnungsbaugesellschaft GWV Wittstock punktet

Mit der Sanierung und Aufwertung der Röbeler Vorstadt hat die Gebäude- und Wohnungsverwaltung GmbH Wittstock (GWV Wittstock) ein generationengerechtes und grünes Quartier geschaffen, das energetisch weiterentwickelt wurde. Dafür erhielt sie am 3. Juni 2021 von BBU-Vorständin Maren Kern und Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“.

Rundgang _durch das ausgezeichnete Wohngebiet mit Minister Beermann. FOTO: GWV Wittstock
Rundgang _durch das ausgezeichnete Wohngebiet mit Minister Beermann. FOTO: GWV Wittstock

Würdigung für umfassende energetische Sanierungsmaßnahmen

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ wird in der Regel sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben. Die Auszeichnung macht deutlich: Den Unternehmen der sozialen Wohnungswirtschaft kommt bei Stadtentwicklung, gutem Wohnen, Bewältigung des demografischen Wandels und Klimaschutz im Land Brandenburg eine Schlüsselrolle zu.

Das Bewertungsgremium würdigt die umfassende Aufwertung der Röbeler Vorstadt in Wittstock mit insgesamt fast 550 Wohnungen. Durch die Umbau- und energetischen Sanierungsmaßnahmen wurde nicht nur die barrierefreie Erschließung der Wohnungen erreicht, sondern auch eine Senkung des CO₂ -Ausstoßes um 95 Prozent gegenüber 1990. Eine besondere Erwähnung fand zudem die Neugestaltung der Außenanlagen. Mit dem Bau mehrerer Spielplätze, einer Vogelvoliere und der Anlage zweier Teiche sowie eines Wohngebietsgartens habe das Unternehmen eine besonders wohnliche und grüne Atmosphäre geschaffen.

Investitionen von 19 Millionen Euro

Die in den 1940er Jahren erbaute Offizierssiedlung wurde zu DDR-Zeiten am Rande des Quartiers mit mehreren viergeschossigen Wohnblöcken ergänzt. Nachdem sie in den 1990er Jahren teilsaniert wurde, begann die GWV Wittstock 2015 mit einer umfangreichen Umgestaltung und Sanierung, die 2019 abgeschlossen wurde.

Quartiersentwicklung: CO₂ -Ausstoß um 95% reduziert

Neben der Rekommunalisierung der Fernwärmeversorgung in Wittstock bemühte sich die GWV auch um eine europaweite Ausschreibung des Gaseinkaufs. Zudem installierte das Unternehmen ein Blockheizkraftwerk (BHKW) und vollendete die energetische Gebäudesanierung, die in den 1990er Jahren mit dem Austausch von Fenstern und der Dämmung der Fassaden begonnen wurde, nun mit der Dämmung der Kellerdecken und der Anbringung von Vakuumpaneelen an den Fensterlaibungen.

Der Geschäftsführer der GWV Wittstock Dr. Hans-Jörg Löther erklärt: „Im Ergebnis haben wir unser Klimaziel erreicht und den CO₂-Ausstoß um 95 Prozent reduziert. Der Energiebedarf der Siedlungshäuser konnte durch die verbesserte Dämmung um 30 Prozent gesenkt, die Wärmeverluste der Fernwärmeleitung um zwölf Prozent verringert und der Fernwärme- (155 Euro im Jahr 2012/13 auf 52 Euro/ MWh im Jahr 2020) und Gaspreis (von 53 Euro auf 32 Euro/ MWh bis 2024) reduziert werden.“

Nach 2022 plant die GWV die Errichtung einer Photovoltaikanlage und den Einsatz von Wärmepumpen und Solarthermie.

Mieter:innen miteinbezogen | Wohnumfeld- und Umbaumaßnahmen

Neben den energetischen Erneuerungen umfasste die Umgestaltung der Röbeler Vorstand drei weitere Bereiche: Wohnumfeld- und Umbaumaßnahmen, Daseinsvorsorge/Dienstleitungen und Soziale Infrastruktur. Um die Mieter:innen von Anfang an mit einzubeziehen, führte die GWV bereits 2012 eine erste Bürgerbefragung durch, deren Ergebnisse dann in einem Bürgerforum ausgewertet wurden.

Durch Geländemodellierung wurden barrierefreie Erschließungswege erreicht. Bei Bedarf können Wohnungen rollstuhlgerecht umbauen werden. Terrassen und Balkone können nachgerüstet werden. Die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur wurde erneuert. Es wurde zudem ein Koi-Teich und ein Ententeich, eine Vogelvoliere, ein Findlingsgarten und ein Baumweg angelegt.

Eingereichtet wurden noch dazu ein Mieterclub sowie ein Gemeinschaftsgarten an der Dosse.

Sind jetzt alle zufrieden?

Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf rund 19 Millionen Euro. 5,8 Millionen Euro hat das Unternehmen davon aus Eigenmitteln aufgebracht. 9,5 Millionen Euro wurden mit einem Kredit der ILB finanziert, 2,2 Millionen Euro über einen Zuschuss aus der Städtebauförderung und rund 1,5 Millionen steuerte die Stadt Wittstock in Form von Investitionen in den Straßenausbau bei.

BBU-Vorständin Maren Kern gratuliert dem Unternehmen: „Die GWV Wittstock hat es geschafft, das Quartier aus den 1940er Jahren fit für die Zukunft zu machen. Im Ergebnis wurde der Ausstoß von Emissionen ganz erheblich gesenkt, eine größere Barrierefreiheit erreicht, ein großes Angebot an nachbarschaftlichen Austauschmöglichkeiten geschaffen und Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter geboten. Und was natürlich besonders ins Auge fällt: Die Außenanlagen wurden mit viel Liebe zum Detail umgestaltet und so der Gartenstadtcharakter verstärkt. Die Röbeler Vorstadt ist eine wunderbare, grüne Oase! Dabei hat die GWV Wittstock besonders gut gewirtschaftet, denn es ist ihr gelungen, sämtliche Maßnahmen warmmietenneutral umzusetzen.“

Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, sagt anlässlich der Vergabe des Siegels: „Mit unserer Wohnungspolitik wollen wir den Menschen in unserem Land bezahlbares Wohnen ermöglichen und gute Rahmenbedingungen für funktionsfähige Wohnungsmärkte und weitere Investitionen im Wohnungsbau schaffen. Wir brauchen passgenaue Lösungen sowohl für wachsende als auch schrumpfende Bedarfe. Im Rahmen des ‚Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Wittstock‘ INSEK wurde die Röbeler Vorstadt als Modellvorhaben für den Stadtumbau ausgewählt. Wittstock und die GWV Wittstock sind mit der Entwicklung der Röbeler Vorstadt zu einem demografiefesten, klimagerechten, lebenswerten und bezahlbaren Quartier beispielgebend. Dieses Projekt findet hoffentlich viele Nachahmer.“

Quelle: Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU), www.bbu.de, https://röbelervorstadt.de/, https://www.gwv-wittstock.de

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