Baulandmobilisierungsgesetz

Zu vage gegen die Wohnungskrise?

Anfang November 2020 hatte das Bundeskabinett das sogenannte Baulandmobilisierungsgesetz beschlossen. Es beeinhaltet neue Regulierungen wie die Ausweitung der kommunalen Vorkaufsrechte und Baugebote sowie die Umwandlungsverbote. Heute fand im Bauausschuss des Deutschen Bundestags die Anhörung statt. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) und andere Verbände kritisieren: "Das Gesetz ist ein Entschleunigungs- statt ein Beschleunigungsgesetz".

Wird hier bald gebaut? Oder woanders? Den Wohnungsverbänden geht es beim Baulandmobilisierungsgesetz viel zu langssam voran. BILD: PIXELIO/R.STURM
Wird hier bald gebaut? Oder woanders? Den Wohnungsverbänden geht es beim Baulandmobilisierungsgesetz viel zu langssam voran. BILD: PIXELIO/R.STURM

Gesetz liefere keinerlei Ansätze das Planen und Bauen zu beschleunigen

Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft (ZIA) hatte eine erleichterte Befreiung von der Festsetzung von Bebauungsplänen für Innenstädte gefordert. Zudem wäre das Baulandmobilisierungsgesetz bereits eine Chance gewesen, die Weichen für Innenstädte auch nach der Coronakrise richtig zu stellen.

Aygül Özkan, Geschäftsführerin des ZIA, teilte besorgt mit: „Corona wird Zahnlücken in unseren Innenstädten hinterlassen, die wir zügig schließen müssen, damit keine Schandflecken entstehen.“ Der ZIA arbeite bereits mit einer eigenen Arbeitsgruppe an Ideen für die Innenstädte von morgen.

"Nötige ‚Wumms‘ fehlt beim Bauen und Wohnen in Deutschland

Der Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW stellte der Regierung anlässlich des Wohngipfels 2021 ein eindeutiges Zeugnis aus: Es bestehe Handlungsbedarf auf allen staatlichen Ebenen. Zwar hätte der Bund die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen, doch es hakt oft bei der Umsetzung dieser Maßnahmen auf Landes- und kommunaler Ebene. Von den eigentlich geplanten 1,5 Mio. neuen Wohnungen werden bis zum Ende der Legislaturperiode nur 1,2 Mio. Wohnungen gebaut sein und damit 300.000 zu wenig.

Deshalb fordert die sozial orientierte Wohnungswirtschaft im GdW nach den Bundestagswahlen ein eigenständiges Bundesministerium für Wohnen, Bauen und Infrastruktur.

Kritik an Baugesetzbuch

„Das wesentliche Ziel, schneller mehr bezahlbares Bauland bereitzustellen, wird im neuen Baugesetzbuch bislang leider verfehlt. Ein Hauptmanko ist, dass die notwendige Beschleunigung der Genehmigungsverfahren nicht ausreichend vorangetrieben wird. Die Wohnungswirtschaft unterstützt deshalb den Vorschlag des Bundesrates ausdrücklich, die Chancen und Potenziale der Digitalisierung endlich in vollem Umfang zu nutzen.

Zum Download (16 Seiten, PDF): Die GdW Stellungnahme zum Baulandmobilisierungsgesetz

(Red.)

weiterlesen:
News Februar 2021: Baulandmobilisierungsgesetz - Zu vage gegen die Wohnungskrise?
News Mai 201. Baulandmobilisierungsgesetz: Seehofers „Durchbruch für den Wohnungsbau“ schreckt Investoren schon jetzt
IVV-Fachartikel: Mit Erbbaurechten Stadtentwicklung strategisch steuern
Wohnungswirtschaft mahnt regional verankerte Wohnungs- und Baulandpolitik an

Gewerbevermietung im Lockdown
Viel Neubau führt nicht automatisch zu bezahlbarem Wohnraum
Vor dem bezahlbaren Wohnen steht das bezahlbare Bauen
Wohnraumoffensive Baden-Württemberg: Ideenpool zum bezahlbaren „Wohnen und Leben der Zukunft“ 

Printer Friendly, PDF & Email
12.11.2024
„Bau-Turbo“ im Bauausschuss des Bundestages
Die Novelle des Baugesetzbuches war Thema einer öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen im Deutschen Bundestag. Die geladenen Lobbyvertreter der...
7.11.2024
Nach dem Aus der Ampelregierung
Nach dem Aus der Ampelregierung warnt die Immobilienwirtschaft vor politischem Stillstand. Olaf Scholz will zunächst als Kanzler einer Minderheitsregierung versuchen, wichtige Gesetzesvorhaben mit...
10.10.2025
Bundestag beschließt Bau-Turbo
Der Bau-Turbo wurde am Donnerstag vom Bundestag verabschiedet, Branchenverbände sehen darin einen wichtigen Schritt, allerdings müssen weitere folgen.
6.9.2024
Bundeskabinett verabschiedet neues Baugesetzbuch
Das Bundeskabinett hat die Novelle des Baugesetzbuches beschlossen und zur Beratung an den Deutschen Bundestag weitergeleitet. Nicht alle Interessenverbände glauben, dass mit der Reform ein Ruck durch...
5.8.2024
Novelle des Baugesetzbuchs
Das Bundesbauministerium hat den Entwurf eines modernisierten Baugesetzbuches in die Länder- und Verbändeanhörung gegeben. Das Gesetz soll das Bauen in verdichteten städtischen Räumen schneller und...
2.7.2026
Keine Enteignung von Mietwohnungen
Die führenden Vertreter der schwarz-roten Regierungskoalition haben sich auf ein Reformpaket geeinigt, das sogenannte Programm für Aufschwung und Beschäftigung. Darin haben sie sich auch dem...