Editorial

Beim Bau-Etat des Bundes 2026 muss der Bundestag nachbessern

Der Entwurf der Regierung für den Bundeshaushalt 2026 sieht eine Erhöhung der Mittel für das Bauministerium um 200 Millionen Euro vor. Der Etat soll von 7,4 auf 7,6 Milliarden anwachsen. Ministerin Verena Hubertz nennt den Etat einen der „zentralen Investitionshaushalte der Bundesregierung“. Kein Zweifel, die Zahl ist gewaltig. Für die Förderung des sozialen Wohnungsbaus will der Bund nochmal mehr Geld den Ländern zur Verfügung stellen. Das ist gut.

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 Bild: Adobestock/ my_stock
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Der zweitgrößte Etatposten von 2,36 Milliarden wird – nein, nicht für den Wohnungsbau eingesetzt – sondern für eine „Sozialleistung“, nämlich das Wohngeld. Subjekt- statt Objektförderung. Kritiker führen an, durch Wohngeld und die Übernahme der Wohnkosten durch das Bürgergeld treibt der Staat die Mieten weiter in die Höhe. Die Menschen müssen untergebracht werden, koste es, was es wolle.

Wo will die Bundesregierung 2026 kürzen?

Ganz schlecht: Bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Regierung schlägt eine Kürzung um 3,3 Milliarden Euro vor. Damit werden all jene Investoren gebremst, die Gebäude klimafreundlicher machen wollen. Und was auch noch fehlt: Die Wiederaufnahme der Förderung des Effizienzhauses 55. Ganz schlecht für jene Investoren, die Wohnungen für Mieter mit mittlerem Einkommen bauen möchten. Im Koalitionsvertrag wurde die Neuauflage der EH 55-Förderung in Aussicht gestellt. Der Bundestag muss die Regierung nach der parlamentarischen Sommerpause daran erinnern (Berichte Seiten 12 + 13). Für Tausende Wohnungen, die mit diesem Förderversprechen geplant wurden, liegen Baugenehmigung vor, die Projekte aber liegen auf Eis.

Der Fortschritt kommt manchmal im Schneckentempo daher

Das trifft auf die Digitalisierung inklusive Einsatz von KI in den meisten WEG-Hausverwaltungen zu. BVI-Präsident Thomas Meier stellt öffentlich fest: „Wir müssen vom Zögern ins Handeln kommen“. Im Interview mit der IVV (Seite 20) spricht Unternehmer Meier über die Ursachen der geringen Transformationsgeschwindigkeit, darüber, wie er den Wandel seines Unternehmens steuert und seine Erwartungen an den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Für die Buchhaltung erwartet er in allernächster Zeit eine Revolution.

Künstliche Intelligenz sollte nicht nur auf Verwaltungsebene, sondern unbedingt auch einige Stockwerke tiefer, im Heizungskeller, zum Einsatz kommen. Die Würzburger Wohnungsgenossenschaft und die Joseph-Stiftung in Bamberg wissen nach Abschluss eines fünfjährigen Forschungsprojektes: Die Steuerung von herkömmlichen Heizungsanlagen durch KI führt zu signifikanten Energieeinsparungen von bis zu einem Viertel. Außerdem erhöht sich die Lebensdauer der Heizungsanlagen, weil KI technische Defizite aufdeckt, die bei Wartungsarbeiten nicht aufgefallen wären. Pi mal Daumen bei der Festlegung von Heizkurven durch Hausmeister Krause sollte der Vergangenheit angehören. Die Branche hat inzwischen verstanden, dass durch geringinvestive Maßnahmen wie die digitale Überwachung der Wärmeerzeugung ein großer Hebel zur Reduktion von CO2-Emissionen angesetzt werden kann (Berichte Seiten 34 + 36).

 

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Artikel Beim Bau-Etat des Bundes 2026 muss der Bundestag nachbessern
Seite 3
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