GdW-Jahresbilanz

Nur 56 Prozent des Bedarfs von 78.000 neuen Wohnungen fertiggestellt

Mit 31.000 Wohnungen haben die GdW-Unternehmen 24 Prozent mehr als im Vorjahr und insgesamt 34 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland fertiggestellt. Insgesamt seien die Investitionen aber erneut hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Unternehmen hatten für 2019 mit 4.000 mehr fertiggestellten Wohnungen gerechnet.

Es wird viel gebaut, aber leider nicht genug. Der GdW-Spitzenverband der Wohnungswirtschaft - stellt seine Jahresbilanz vor. FOTO: M.EISINGER
Es wird viel gebaut, aber leider nicht genug. Der GdW-Spitzenverband der Wohnungswirtschaft - stellt seine Jahresbilanz vor. FOTO: M.EISINGER

Bundesweit seien nur 56 Prozent des eigentlichen Bedarfs von 78.000 neuen Wohnungen pro Jahr entstanden. Bei den Sozialwohnungen wurden sogar nur 32 Prozent der eigentlich jährlich notwendigen
80.000 neuen geförderten Mietwohnungen errichtet. Für die geplanten Investitionen in die Modernisierung und den Erhalt bestehender Wohnungen prognostizierten die Unternehmen schon vor der Corona-Krise einen Rückgang von 1,1 Prozent.

Und trotzdem sei die Wohnungswirtschaft, die insgesamt 30 Prozent der Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaftet, der Neubaumotor im Mietwohnungsbau und wichtiger Stabilitätsanker für die deutsche Wirtschaft.

Wohnungsbau bleibt hinter Erwartungen zurück - Stabilität in der Corona-Krise

Die Branche gehe bislang stabil durch die coronabedingte Wirtschaftskrise. Mietausfälle bestätigen sich im Bereich der Wohnungsvermietung bislang kaum. Nach der neuesten Umfrage unter den Mitgliedern des GdW und seiner Regionalverbände liegen die Zahlungsausfälle bei 0,62 Prozent der Mietverhältnisse. Mit Stundungsanträgen kamen Mieter nur in 0,33 Prozent aller Mietverhältnisse auf ihr Wohnungsunternehmen zu. Das traditionell gute Mieter- Vermieter-Verhältnis in der Wohnungswirtschaft zahle sich in Krisenzeiten ebenso aus, wie die vergleichsweise günstigen Mieten der Wohnungsunternehmen.

Die Nettokaltmieten lagen bei den GdW-Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 5,86 Euro pro Quadratmeter. Damit lag das Wohnen bei GdW-Unternehmen im Schnitt 17 Prozent unter dem bundesweiten Mietspiegelniveau von 7,04 Euro.

Auch VdW Bayern zieht positive Bilanz

Auch die sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Bayern entlasten die angespannten Wohnungsmärkte, so jedenfalls äußert sich der Verband der bayerischen Wohnungsunternehmen in seiner Bilanz für das Jahr 2019. Die 483 Mitgliedsunternehmen hätten ihre Neubauinvestitionen deutlich erhöht und 4.429 Wohnungen gebaut. Damit liege ihr Wohnungsbestand im Freistaat bei rund 541.000 Wohnungen. Die Durchschnittsmiete beträgt nach Angaben des Verbandes 6,29 Euro pro Quadratmeter.

„Die bayerische Wohnungswirtschaft steht für bezahlbaren Wohnraum und ist ein verlässlicher Partner der Kommunen“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier.

Die Unternehmen tätigten Gesamtinvestitionen von knapp 2,2 Mrd. Euro (+ 10 %), davon 1,3 Mrd. Euro für neue Wohnungen. „Seit 1996 haben unsere Mitglieder nicht mehr so viele Wohnungen gebaut, wie im letzten Jahr“, rechnet Hans Maier vor.

Ehrgeizige Bauprogramme vieler Kommunen

Von den 4.429 neuen Wohnungen seien 3.015 öffentlich gefördert. Damit liege der Bestand an Sozialwohnungen der Verbandsmitglieder  bei 107.572 (+ 2 %). Zum zweiten Mal in Folge konnte ein positiver Saldo bei den Wohnungen in Sozialbindungen verzeichnet werden. Die Investitionen in die
Modernisierung des Bestandes legten um 22 Prozent auf 333 Mio. Euro zu. Dabei handelt es sich vor allem um energetische Gebäudesanierung.

Corona-Pandemie: Wohnungswirtschaft bisher kaum betroffen (>> weiterlesen)

Von den Auswirkungen der Corona-Pandemie sei die bayerische Wohnungswirtschaft bisher nur geringfügig betroffen. Nach aktuellem Stand gab es bei 1.084 Mietverhältnissen Stundungen mit einem Volumen von
rund 800.000 Euro. Fast jedes zweite Unternehmen meldete zudem leichte Verzögerungen auf den Baustellen.

„Eine Mehrheit unserer Mitglieder sieht die Unternehmensentwicklung in den kommenden Monaten derzeit nur geringfügig beeinträchtigt und blickt verhalten positiv in die Zukunft“, berichtet der Verbandsdirektor.

Thomas Engelbrecht, Artikel entstammt der IVV-Ausgabe 08/2020)

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