Umwidmung von Wohnraum

Sächsische Wohnungsunternehmen machen leerstehende Wohnungen zu Co-Working Plätzen

Homeoffice ist in, Pendeln ist out. In Sachsen stehen viele Wohnungen leer. (Die IVV berichtete). Die Potenziale im genossenschaftlichen Wohnungsbestand wurden jetzt gehoben: Der Verband Sächsischer  Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) hat ein Kooperation mit der CoWorkland eG geschlossen.

Co-Working Plätze soll es nicht nur in Städten geben. BILD: Adobestock/ Daria
Co-Working Plätze soll es nicht nur in Städten geben. BILD: Adobestock/ Daria

Das Arbeiten im Homeoffice hat sich in den letzten Jahren bewährt

Davon profitieren viele Menschen in ländlichen Regionen, die sonst regelmäßig lange Pendelstrecken zur Arbeitsstätte in Kauf nehmen mussten. Vielen Arbeitnehmern fehlt beim Arbeiten von Zuhause aber der Austausch mit Kollegen, die klare Trennung von Beruf und Privatem, die technische Ausstattung mit schnellem Internet oder ganz einfach der Platz in den eigenen Wänden.

Dem gegenüber steht der sächsisch zentrierte Wohnungsmarkt mit vielen Regionen, die besonders von Leerstand und einem relativ geringen Mietniveau geprägt sind.

Warum also nicht die eine Voraussetzung mit der anderen verbinden? Es sollen Arbeitsplätze entstehen, die nicht zu weit vom Wohnort entfernt sind, nicht innerhalb der eigenen Wohnung angesiedelt sind und wo man sogar Kollegen oder andere Arbeitnehmer treffen kann.

„Wir möchten dem Arbeiten am Küchentisch untermalt vom Bobbycar-Lärm ein Ende setzen, indem die leerstehenden sofort marktaktiven Wohnungen in den Beständen unserer sächsischen Wohnungsgenossenschaften zu ungestörten Arbeitsplätzen mit flexibler Nutzungsmöglichkeit umfunktioniert und den Mitgliedern, aber gern auch Dritten, zur Verfügung gestellt werden“, bringt es VSWG-Vorstand Mirjam Philipp auf den Punkt.

Coworking im genossenschaftlichen Wohnungsbestand als neues Nutzungskonzept

Diese Form des Coworkings ist sowohl für Arbeitnehmer als auch Selbstständige eine gute Möglichkeit an einem professionellen Arbeitsplatz zu arbeiten, ohne dabei lange Pendelstrecken in Kauf nehmen zu müssen. Eine Vorhaltung entsprechender Räume in den eigenen Wohnungen ist nicht mehr notwendig, denn gut ausgestattete Arbeitsplätze können bedarfsgerecht und kostengünstig genutzt werden. Entsprechend der Wohnvorstellungen familiärer Zielgruppen können so neue Wohn- und Arbeitskonzepte für die Mitglieder, die in ihrer Wohnung keinen Platz für Homeoffice haben, angeboten werden. Dies ermöglicht ein effizientes und flexibles Arbeiten sowie die Erhaltung der familiären Lebenswelt.

Der VSWG erprobt bereits pilothaft mit der Wohnungsgenossenschaft „Glück Auf“ eG Marienberg und der Wohnungsgenossenschaft Oschatz/Mügeln eG erste Umsetzungen und Möglichkeiten im Bestand.

Quelle: VSWG

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