Holz-Hybrid-Bauweise für geförderte Wohnungen in Bayreuth

Die Joseph-Stiftung errichtet in der Bayreuther Von-Helmholz-Straße 23 Mietwohnungen in Holz-Hybrid-Bauweise. Elf dieser Wohnungen verfügen über eine öffentliche Förderung (EOF) und kommen damit Menschen mit geringerem Einkommen zugute. Bei dem Ersatzneubau steht der Erhalt natürlicher Ressourcen bei gleichzeitigem Schaffen kostengünstigen Wohnraums im Fokus. Die Bauarbeiten sind Ende April gestartet.

Bauelemente aus Holz gelten als nachhaltig. Visualisierung des künftigen Mehrfamilienhauses der Joseph-Stiftung. BILD: Ed. Züblin AG
Bauelemente aus Holz gelten als nachhaltig. Visualisierung des künftigen Mehrfamilienhauses der Joseph-Stiftung. BILD: Ed. Züblin AG

Nach erfolgten Abbruch des Bestandsgebäudes aus den 1950er-Jahren hat die Joseph-Stiftung im April 2022 in der Bayreuther Von-Helmholz-Straße mit dem Neubau von 23 barrierefreien Mietwohnungen in Holz-Hybrid-Bauweise begonnen. Elf der Wohnungen sind im Rahmen der einkommensorientierten Förderung (EOF) öffentlich gefördert.

Die neuen Wohnungen sollen ressourcenschonend und bezahlbar sein

Das Projekt geht zwei wichtige Herausforderungen des Wohnungsbaus an. Durch die Holz-Hybrid-Bauweise in Kombination mit dem Heizsystem wird der CO2-Ausstoß bei der Durchführung des Bauvorhabens und im späteren Betrieb durch Einhaltung des BEG 55-EE-Standards reduziert. Gleichzeitig kann im Rahmen der EOF-Förderung kostengünstiger Wohnraum geschaffen werden.

Mit der baulichen Umsetzung hat die Joseph-Stiftung die Firma Ed. Züblin AG beauftragt. Insgesamt entsteht eine Wohnfläche von rund 1700 Quadratmetern sowie 24 Stellplätze. Die Joseph-Stiftung investiert in das Projekt rund sieben Millionen Euro. Nach aktuellen Planungen ist die Fertigstellung für das Frühjahr 2023 anvisiert.

Wärmeversorgung: Holzpellet-Kessel mit Pelletbunker

Das viergeschossige Gebäude wird im Erdgeschoss in Massivbauweise mit Sichtbeton und in den Obergeschossen mit tragenden Holzkonstruktionen und einer Holzfassade errichtet. Beheizt werden beide Gebäude mit einem Holzpellet-Kessel mit Pelletbunker. Die Warmwasserversorgung wird dezentral über elektrische Durchlauferhitzer realisiert. In beiden Häusern ist ein Aufzug vom Keller bis in das Dachgeschoss vorgesehen. Alle Wohnungen in den Erdgeschossen erhalten Terrassen, in den Obergeschossen entstehen vorgesetzte Balkone.

Was ist Holz-Hybrid-Bauweise?

>> Fachartikel der IVV: Trend: Baustoffe der Zukunft

Beim Bauen mit Holz-Hybrid werden die Materialien Holz und Beton kombiniert. Beide Baustoffe übernehmen die statischen Lasten gemeinsam. Dabei tragen Betoninnenwände und Holzaußenwände gemeinsam die Betondecken. Zudem bringen beide Materialien weitere Vorteile mit sich, die in ihrer Kombination den Bau von Gebäuden schneller, flexibler und mit einem höheren wirtschaftlichen Nutzen möglich machen.

>> Fachartikel der IVV: Holz als Beton des 21. Jahrhunderts?

Die Holz-Hybrid-Bauweise hat zudem eine bessere Ökobilanz als etwa eine reine Massivbauweise. Holz wächst ohne fossilen Energieverbrauch nach und ist vollständig recycelbar. Ebenso ist der Energiebedarf für die Herstellung von Holz im Vergleich zu Beton, Stahl oder Ziegeln geringer. Holz ist außerdem ein guter Wärmeschutz sowohl im Sommer als auch im Winter und sorgt für ein gesundes Raumklima.

Quelle: Joseph-Stiftung

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